Biografie

Elisa Greenwood ist freischaffende Objektkünstlerin, deren Werke der Trash Art zuzuordnen sind. Die dafür notwendigen handwerklichen Fähigkeiten, wie z.B. das Schweißen, hat sie sich autodidaktisch angeeignet. Sie ist gewähltes Mitglied der Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs und Teil der Künstlervereinigung Wiener Neustadt. Sie engagiert sich außerdem ehrenamtlich in der Hospizarbeit. Sie lebt und arbeitet in Wiener Neustadt.

Sie weiß, alles ist einmalig!

Wer Menschen wirkmächtig beeindruckende Geschichten erzählen möchte, muss seine Wirklichkeit und Zeit gut kennen. Das geht nur, wenn man für das Alltägliche und die Details des Banalen Aufmerksamkeit erübrigt und seine Blicke geduldig schärft – das sind die Tugenden der Jäger und Sammler.
Elisa Greenwood ist so eine Jägerin und Sammlerin. Sie streift durch die Welt und schenkt den nebensächlichen

Kleinigkeiten, dem achtlos Weggeworfenen und dem vermeint-lich funktionslos Gewordenen ihre Aufmerksamkeit. Über diesen Umweg durch düstere Schrottplätze, dunkle Wälder und verlassene Häuser schaut sie ihrer Gegenwart ins Innerste und lernt ihre Zeit und Wirklichkeit gut kennen. Das auf ihren Streifzügen Gefundene wird dann neu zusammengesetzt, wiederbelebt und mit neuem Sinn erfüllt, indem es den Betrachtenden viel über sich selbst erzählt. Es sind starke Erzählungen darüber, was uns nutz-, wert- und funktionslos erscheint, und wie achtlos wir zu leben pflegen.
Autodidaktisch hat sie sich für diese Rekompositionen, Wiederbelebungen und Neubesinnungen das nötige

künstlerische Handwerk beigebracht und schweißt, hämmert und nietet sich seither eine erzählstarke Kunstwelt zusammen, die anzusehen sich wahrlich lohnt. Nicht nur, dass man mit einem prächtigen Kunstwerk nach Hause geht, nein, auf dem Heimweg wird man selbst gleich – ein wenig Jäger und Sammler geworden – am Straßenrand viel Neues entdecken, das man zuvor mit Unachtsamkeit und Ignoranz gestraft und übersehen hätte.
Elisa ist eine Künstlerin von besonderem Schlag: Sie weiß, alles ist einmalig und nicht wiederholbar und dennoch ist das Neue nur die Nacherzählung des bereits Vorhandenen.


Michael Rosecker
Historiker & Philosoph

„Ich habe Elisa Greenwood vor über zwanzig Jahren kennen und auch bald sehr schätzen gelernt – nicht nur wegen ihrer besonders ansprechenden künstlerischen Objekte, sondern auch aufgrund ihrer natürlichen, gewinnenden Art und unserer stets anregenden Gespräche.
Auf der Webseite der Kulturvernetzung Niederösterreich heißt es: »Ihr eigenwilliger Stil und ihre unverkennbare Hand-schrift haben großen Wiedererkennungswert und begeistern eine stetig wachsende Sammler:innengemeinde im In- und Ausland.« In der Tat ist Elisas künstlerische Handschrift unverkennbar und lässt sie aus der Künstlervereinigung Wiener Neustadt, deren Mitglied sie ist, herausstechen.
Manche ordnen ihre Methodik Begriffen wie Post Pop Art oder Trash Art zu – ein Urteil darüber, wie zutreffend diese Zuschreibungen sind, überlasse ich Kundigeren. Die Aussage, die ganze Welt sei für sie eine Fundgrube, empfinde ich jeden-falls als überaus treffend, da Elisa eine Liebe zum Reisen, zum Entdecken, zum Dazulernen und zum Erweitern des eigenen Horizonts hegt – etwas, das uns übrigens verbindet.
Aus Ausgedientem, Weggeworfenem oder Verrostetem Assemblagen und Kleinskulpturen zu schaffen, finde ich nicht nur aus künstlerischer Perspektive interessant. Es kommt darüber hinaus ein ökologischer Aspekt – sowohl als Metapher als auch durch konkretes Handeln im Sinne des Upcyclings – und eine soziologisch-philosophische Dimension hinzu. In einer schnelllebigen Zeit, in der Menschen rasch dem alten Eisen zugeordnet, moralische Bedenken entsorgt und Haltung und Anstand oft als ausgedient betrachtet werden, gewinnen Elisas Arbeiten eine zusätzliche Bedeutungsebene. So habe ich ihre Werke immer auch über ihren ästhetischen Wert hinaus betrachtet und beurteilt.
Der große irische Lyriker und Dramatiker Oscar Wilde meinte: »Ziel der Kunst ist es, einfach eine Stimmung zu

erzeugen.« Der Autodidaktin gelingt dies durch Schweißen, Zusammenfügen und kreatives Gestalten in hervorragender Weise. Ihr Weg hat sie als gewähltes Mitglied bis in die Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs geführt – und das ist keine Selbstverständlichkeit.
Eine Ausstellung der Künstlerin im wunderbaren Schloss Bad Fischau trug den Titel Alles ist einmalig – nichts ist

wiederholbar. Ob tatsächlich alles einmalig ist, wage ich vorsichtig zu bezweifeln. Die Greenwood jedoch ist es
ganz gewiss.“

Bernhard Müller
Generalsekretär des Urban Forum & ehemaliger Bürgermeister von Wiener Neustadt